zu alexander polzin
der dichter lenz bat vor zweihundert jähren ZEIG MIR DIE LÜCKE IN DER REPUBLIK . unabhängig davon, ob er durch diese Öffnung ins offene hinaus - oder in die Öffentlichkeit hinein wollte, scheint es sich um einen spalt im Staats - stein zu handeln, der uns einschließt und den atem nimmt . dem zu folgen wäre die herstellung der stein - menschen durch a. polzin sowohl der versuch, lücken in das republikanische gemäuer zu schlagen, um den blick nach außen und innen frei zu machen, als auch zugleich die arbeit, aus dem abfallenden material, die Versteinerung dessen zu formen, was einst lebendig war oder es schleunigst wieder werden sollte, also aus der mauer, ein abbild zu hauen, um das atmen und den blick zu erleichtern . aber da ihm das nicht genügt, schlägt polzin die figuren nicht aus der steinweit nur heraus, sondern be"zeichnet" und be"malt" sie noch als gemälde, um ihnen und uns zu zeigen, wie sie eigentlich "gemeint" waren oder sich "meinen" sollten .
So jedenfalls sehe ich seine arbeit: meinen blick frei machend durch die lücke auf und durch den stein, der mich ver- und aus- und ein- schließt und auf die gesichte und gesichter, meine und die meiner mitgefangenen, die unfrei wünschenden, doch freiwillig verwunschenen.
thomas brasch